Eigentlich war der Plan ja, in dieser Woche noch nach Iguazu zu fahren um die Wasserfälle zu bestaunen.
Da jedoch die Zeit gegen uns gearbeitet hat, haben wir entschieden die letzte Woche relaxed am Strand in der Sonne zu verbringen, worauf es uns nach Rio de Janeiro zog, da auch von hier aus unser Rückflug war.
So zogen wir nach 20Stunden Busfahrt der Küste entlang durch die Straßen auf der Suche nach einem Hostel. Nach zwei Stunden war dieses gefunden und wir verbrachten den Rest des Nachmittags am Strand vom Stadttei Copacabana, genossen die letzten (nicht mehr ganz so heißen) Sonnenstrahlen der Tages.
Des Abends dann wollte es das Schicksal, uns auf eine Latino - Party in einem anderen Hostel zu führen. Irgendwann nachts stolperten wir wieder zurück.
Der darauffolgende Morgen ließ auf eine erfolgreiche Party Nacht schließen, da das allgemeine Wohlbefinden etwas angekratzt war.
Dies hinderte uns jedoch nicht nach dem Frühstück wieder direkt an den Strand zu gehen und dort den Rest der Tages zu verbringen. Ausgiebiges Schwimmen, Sonnenbaden und SUP-Surfen bestimmten den Tag, für Erfrischung sorgte das kühlende Meerwasser und die ein oder andere
Cerveza!
Spät abends waren wir noch genüsslich beim Essen und traten gestärkt den Rückweg zum Hostel an.
Leider wurden wir an jeder Strandbar die auf dem Rückweg lag durch einen oder zwei Caipirinha aufgehalten, gefährliche Tiere die einen Menschen ziemlich benommen machen...
Doch auch dieser letzten Gefahr schauten wir ohne Angst ins Auge und kamen problemlos in unseren Betten an!
Südamerika 2014
Freitag, 14. März 2014
Rio de Janeiro
Mittwoch, 12. März 2014
Carnaval - Salvador da Bahia
In zwei verschiedenen Flugzeugen kamen wir nachts bzw. mit Verspätung morgens in Salvador an. Per illegalem Taxi fuhr ich relativ günstig für 60 Reais zum Hostel in die Altstadt, wo Daniel schon auf mich wartete, sein Kollege hatte ihn vom Flughafen abgeholt.
Der Verlauf der folgenden Woche lässt sich ziemlich unspektakulär folgendermaßen zusammenfassen: Aufstehen, Frühstück, Caipi, Bier, Mittagessen, Bier, ab 16Uhr Carnaval feiern bis nachts um 2Uhr mit diversen anderen Getränken!
Wie man sich denken kann, ist das auf Dauer ziemlich anstrengend und ab dem vierten Tag in Salvador versuchten wir ab dem Mittagessen in die Stadt zu flüchten um dem größten Trubel zu entgehen!
Der Carnaval spielt sich hier komplett anders ab als in Süddeutschland.
In bestimmten Stadtvierteln gibt es unterschiedliche Arten von Umzügen. Zum einen sind da die Trommler-Gruppen, teilweise ca. 70 oder mehr Männlein und Weiblein haben oft recht Bunte kunstvolle Gewänder an, die sie als zusammenhängende Truppe wie eine Art Uniform auszeichnen. An der Spitze einer solchen Zuges läuft meist einer, der die Richtung und das Tempo angibt, gefolgt von einer Schaar Tänzer/-innen. Danach folgen manchmal ein ein kleiner Chor oder ein paar Blasinstrumente, die aber von der massiven Lautstärke der zum Schluss folgenden Trommler locker überdeckt werden.
So ist es durchaus normal, dass wenn so eine Gruppe durch die Straßen zieht, man sich regelrecht anschreien muss um sich zu verständigen!
So läuft die Gruppe dann teilweise bis zu rund acht Kilometer pro Tag, trommelnd und tanzend eine bestimmte Route durch die Straßen um ihr oft politisch oder religiöses Ansinnen auf dafür bestimmten Plätzen kund zu tun. So ein Straßenkarneval hat also ab und an irgendwie den Charakter, einer ziemlich friedlichen Großdemonstration!
Dann gibt es zweitens Tagsüber und eben auch bis spät nachts in anderen Stadtvierteln eine Art Straßenumzug, der den Charakter der früheren Loveparade hat. Nicht was die Musik oder so angeht, aber auch mit den so genannten 'Trios', LKWs mit Anhängern, die Aufbauten von ca. 6m Höhe und 4,5m Breite hatten. Auf denen spielten die bekanntesten, aktuellsten brasilianischen Bands und jagten ihren Reggae-,Samba-,Salsa- und latino Rock-Sound in einer Lautstärke durch die Straßen, die einem startenden Jet Konkurrenz machte!
Man stelle sich vor, so ein 'Trio' ist eine einzige PA-Anlage auf Rädern, die durch die Stadt rollt und sich Meter für Meter durch die Menge drücken muss ohne jemand zu verletzten - eigentlich fast unvorstellbar bei der Masse an feiernden, tanzenden Menschen, aber irgendwie geht es!
So läuft es also hier zu der Carnavalszeit, die ganze Stadt feiert ausgelassen und friedlich, tagelang mit nur ein paar Stunden schlaf dazwischen.
Als der ganze Rummel dann vorüber war, blieb Daniel noch einige Tage in Salvador und ich machte mich auf den Weg nach Porto Seguro um dort noch ein paar Tage am Strand zu entspannen.
Mittwoch, 26. Februar 2014
Machupicchu
Wir wurden morgens um sieben von unserem Guide am Hostal abgeholt und fuhren kurz darauf los nach Machupicchu! Die neun stündige Fahrt über die Berge war anstrengend wollte einfach nicht enden. Um 16Uhr schließlich kamen wir in Hidroelektrika an, von wo aus wir mit unseren mittlerweile gut 22kg schweren Rucksäcken fast drei Stunden leicht bergauf nach Aguas Calientes - dem touristischen Ausgangspunkt eines jeden Machupicchu reisenden - wanderten.
Entlang den Bahnschienen der PeruvianRail ging es ungeplant ohne Guide, im Tal durch eine malerische Dschungellandschaft, die vom Getöse eines reißenden Flusses erfüllt ist!
Das letzte Stück Weg legten wir in völliger Dunkelheit zurück und kamen relativ entkräftet an unserem Hostal an.
Am nächsten Tag waren wir wie geplant um 6Uhr morgens an der Bushaltestelle und warteten erfolglos auf unseren Guide. So beschlossen wir, die Sache nun selbst in die Hand zu nehmen, stiegen in den Bus und machten uns ohne Führung ein Bild von den beeindruckenden Inka-Ruinen! Anfangs noch von dicken Wolken verschlungen, gab sich die Stadt so mysteriös wie man sie von den Geschichten her kennt und gewährte den einströmenden Touristen nur wenig Einblicke. Das Wetter klarte sich jedoch binnen 1,5 Stunden auf und vom Wachhaus oben entfaltete sich die Stadt in ihrer ganzen ehemaligen Pracht vor unserem geistigen Auge!
Man kennt zwar die Bilder, doch persönlich die Ruhe und geheimnisvolle Atmosphäre in den Ruinen zu spüren ist einfach unbeschreiblich! Trotz hunderter Touristen, kann man sich frei bewegen und stößt nur selten auf Gegenverkehr.
Nach drei Stunden waren wir dann durch und fuhren mit dem Bus zurück nach Aguas Calientes, holten unsere Rucksäcke aus dem Hostel und aßen zu Mittag, bevor es dann in schlafendem Zustand mit dem Zug zurück nach Hidroelektrika ging. Dieses industrielle Nest in der wirklich hinterletzten Wallachei ist zwar nicht schön, aber von technischer Seite her beeindruckend, da hier Wasser von oben in einen ausgehöhlten Berg gepumpt wird, mit einem immensen Druck nach unten durch einen Generator fließt, über mehrere hundert Meter wieder nach oben gepumpt wird und so zur Stromerzeugung genutzt wird.
Wir stiegen müde aus dem Zug aus, setzen uns in den obligatorischen Mini-Bus und los ging die lange Fahrt zurück nach Cusco, wo wir gegen halb zehn Uhr abends wieder eintrafen!
Huayna Potosi Tag 3
Pünktlich um Mitternacht klingelte der Wecker, eine reine Katastrophe angesichts der Tatsache was uns für den heutigen Tag bevorstand! Nach einem schnellen Frühstück ging es los, Daniel ging es auch an diesem Tag nicht besser und so blieb er im Camp. Der Rest von uns zog mit Stirnlampe, Rucksack und Eisaxt den Berg hinauf!
Die ersten 3,5Kilometer ging es relativ steil immer im Slalom bergauf und waren recht gut zu meistern. Auf einer Höhe von 5600m bekam dann aber auch ich schließlich starke Kopfschmerzen. Da es von der Atmung her ging, taumelte ich mehr oder minder benommen von Schmerz weiter, versuchte mich auf die Musik in den Ohren zu konzentrieren und murmelte im Kopf diverse Mantras vor mich hin. Mit einigen aufmunternden Worten und mehreren Pausen als geplant erreichten wir dann den letzten Anstieg zum Gipfel, der mir dann noch völlig den Rest gab. Doch so kurz, 300m Weg und 150m Höhe, vor dem Ziel wollte ich nicht aufgeben und sammelte meine letzten Reserven bis wir schließlich zu dritt auf dem Gipfel standen!
Der Sonnenaufgang, der viele Schnee und die grandiose Aussicht bis zum Titicaca See und ins 32km entfernte Lichtermeer von La Paz, ließen mich den Kampf mit meinem inneren Schweinehund sofort vergessen! Einfach unglaublich und nicht in Worte zu fassen!
Nun ja, nach 15Minuten Pause ging es dann wieder zurück zum High Camp um dort die Anderen zu treffen und gemeinsam wieder im Base Camp anzukommen. Der Abstieg war für mich dann fast nur noch monotones abwärts stolpern, zwar ohne Schmerzen, aber mit Schwindelgefühl verbunden. Auch das wurde dann mit jedem Meter weniger und im 'Tal' auf 4300m angekommen war ich zwar ziemlich Platt aber Glücklich!
Daniel hingegen hatte auch noch die nächsten drei Tage mit der Höhenkrankheit zu kämpfen als wir schon in Cusco waren, doch davon später.
Zurück in La Paz checkten wir in einem ruhigen Hostal ein und verbrachten dort die Nacht.
Cusco Tag 3
Während ich bis 17Uhr an den Folgen der vergangenen Nacht litt, machte Daniel eine zwar geführte, aber aufregende Quad-Tour durch die angrenzende Umgebung von Cusco.
Dabei besuchte er ebenfalls einige Inka-Ruinen, fuhr stundenlang durch Matsch, über Stock und Stein, half bei der Motorradpanne einer schweizer Reisegruppe und sah schließlich noch, wie die Inka ein ganzes Tal zur Salzherstellung genutzt hatten. Diese Jahrhunderte alte Anlage ist auch heute noch voll funktionsfähig und in Betrieb!
Abends gingen wir in einem italienischen Restaurant essen und schließlich um Mitternacht zurück ins Hostal.